Maja - Geschichten


Die folgenden Geschichten habe ich ganz alleine ohne meine Eltern am 26.4.und 27.4.2001 geschrieben:


Der Donner

Ich heiße Jennifer und bin 11 Jahre, ich habe einen 15-jährigen Bruder, der ist doof. Ich erzähle euch jetzt eine Geschichte.

Ich wachte in einer Nacht auf. Es regnete draußen, es donnerte und blitzte sogar. Ich hatte Angst, also rief ich: "Mama!" Meine Mutter kam auch und fragte: "Was ist denn?" Ich antwortete: "Es ist so gruselig." Sie sagte nur: "Ach Jennifer, schlaf weiter. "Damit ging sie. Ich konnte trotzdem nicht schlafen. Auf einmal hörte ich ein Geräusch, es war deutlich zu hören, es waren Schritte. Sie kamen immer näher, ich sah aber nichts als schwarz. Ich wollte gerade schreien, da hielt es mir den Mund zu. Ich wollte mich befreien, aber es gelang mir nicht, und da wusste ich es.

Es war mein Bruder.

ENDE


Meine kleine Schwester

Ich heiße Ben und bin fünf Jahre alt. Ich habe einen Freund, der ist sechs Jahre alt und heißt Max. Mit dem mache ich alles. Ich bekomme auch eine Schwester, in drei Tagen sogar schon. Mein Freund übernachtet heute bei mir.

Da klingelt es schon an der Tür Ich mache auf und erstarre. Was ich da sehe, ist unglaublich, da steht meine Mutter. Und was sie in der Hand hält, ist Susanne, meine Schwester! In der nächsten Minute klingelt es wieder, es ist Max.

Heute ist der schönste Tag in meinen Leben!

ENDE


Die folgende Geschichte habe ich mit 8 Jahren geschrieben. Mein Vater hat mir dabei ein bisschen geholfen und auch das meiste getippt. Eigentlich gehören noch Bilder und Geräusche dazu, aber das geht dann nur mit einem speziellen Programm.


Das Indianermädchen Malia

Von Maja Konopatzki

Eine Geschichte für Kinder ab 6 Jahren

Irgendwo mitten in der weiten Prärie von Nordamerika lebte ein Indianermädchen. Es hieß Malia. Malia lebte mit ihren Eltern und ihrem Bruder Kleiner Büffel in einem Tipi. Ihr Dorf lag zwischen drei Felsen, und ein kleiner Fluss floss mitten hindurch. Aus dem Fluss holte sie jeden Morgen mit ihrer Mama Wasser zum Kochen und Trinken. Und vormittags fischte sie mit ihrer Freundin Nscho-tschi an dem Fluss. Manchmal fingen Sie einen kleinen Lachs. Dann freuten sie sich sehr.

Malias Bruder Kleiner Büffel wollte nicht mit seiner jüngeren Schwester fischen gehen. Er ging lieber mit seinen Freunden auf die Jagd. Einmal schoss er ein Reh. Aber meistens fing er gar nichts. Da sagte der Vater: "Du musst noch besser schießen lernen!" Dann war Kleiner Büffel ein bisschen beleidigt, weil er fand, dass er schon ein großer Krieger war. Auch die anderen Jungen fingen nur selten ein Tier. Trotzdem lachten sie über die beiden Mädchen und sagten: "Ihr könnt ja gar nicht fischen! Außerdem ist Fischen ja langweilig." Die Mädchen antworteten darauf: "Ihr fangt ja auch nichts bei Eurer Jagd! Es ist besser, einen kleinen Fisch zu fangen, als viele Pfeile zu verschießen, ohne zu treffen!"

Aber ein wenig ärgerten sich Malia und Nscho-tschi doch, dass sie nur selten einen Fisch fingen. Malia sagte: "Lass uns doch zum großen Wasserfall gehen. Dort sind ganz viele Lachse. Wenn wir da einen großen Lachs fangen, werden die Jungen aber staunen!" Nscho-tschi war damit einverstanden. Aber sie sagte: "Wir dürfen aber nicht unseren Eltern sagen, dass wir so weit weggehen. Das erlauben die uns bestimmt nicht." Malia entgegnete: "Dann gehen wir heimlich in der Nacht. Am besten schon heute Nacht!" Nscho-tschi war einverstanden

Am Nachmittag spielten Malia und Nscho-tschi mit den anderen Mädchen wie sonst auch. Niemand sollte merken, was sie vor hatten. Sie spielten Ball und tobten miteinander. Malia lief immer am schnellsten. Und abends halfen sie ihren Müttern beim Kochen. Sie holten Feuerholz für das Lagerfeuer und machten das Feuer an. Malia setzte sich mit ihren Eltern und ihrem Bruder ans Feuer. Nscho-tschi saß mit ihren Eltern und der kleinen Schwester Weiße Feder daneben. Als Nachbarn aßen sie immer zusammen. Malia guckte Nscho-tschi heimlich an und die guckte zurück und lächelte. Dann gingen alle in ihre Tipis und legten sich schlafen. Malia deckte sich mit der warmen Bisonfell-Decke zu.

Draußen war es schon dunkel geworden. Nur ein Uhu war irgendwo in den Bäumen zu hören. Nur ein Indianer war noch wach. Das war Schlauer Fuchs. Er musste sich noch um das Lagerfeuer auf dem Platz zwischen den Zelten kümmern. Am nächsten Morgen sollte dort das Frühstück gemacht werden. Aber schließlich ging auch er ins Zelt und legte sich schlafen.

Malias Eltern waren eingeschlafen. Malia aber lag noch wach, obwohl sie auch sehr müde war. Dann stand sie leise auf, ging vorsichtig zu den Angelsachen, nahm ihre Korbtasche um und wollte aus dem Zelt gehen. Dabei stieß sie aus Versehen gegen den Fuß von ihrem Vater. Der machte ein Schnarchgeräusch. Malia hielt den Atem an. Dann hörte sie das ruhige Atmen ihres Vaters. Sie verließ das Zelt. Malia ging vorsichtig zum Nachbarzelt, in dem Nscho-tschi wohnte. Leise flüsterte sie: "Nscho-tschi! Bist du fertig?" Es kam keine Antwort. Aber ein komisches Geräusch war zu hören. Wieder hielt Malia den Atem an. Sie versteckte sich in den flackernden Schatten, die das Lagerfeuer warf. Plötzlich wurde das Fell vor dem Eingang aufgeschlagen, und Malia konnte das Kleid von Nscho-tschi erkennen. "Malia, wo bist du?", fragte Nscho-tschi. "Hier", antwortete Malia und trat aus dem Schatten ans Licht. Ihre Freundin erschreckte sich, da Malia so plötzlich ganz dicht neben ihr stand. Sie sagte: "Nun aber los, sonst wacht noch jemand auf!" Die beiden Mädchen schlichen sich leise wie Schlangen aus dem Dorf.

Die beiden Mädchen gingen immer am Fluss entlang. Es war dunkel und ein bisschen unheimlich. Im Wald hörten sie ein Käuzchen. Zum Glück schien der Mond. "Hast du Angst?", fragte Malia ihre Freundin. "Ein bisschen", sagte Nscho-tschi leise. "Ich auch, aber nicht so doll", sagte Malia. Die Mädchen fassten sich an den Händen an und gingen mutig weiter. Sie gingen eine ganze Weile. Da hörten sie plötzlich weit weg einen Wolf heulen. Sie sahen sich beide an und blieben stehen. Aber nur kurz, dann gingen sie weiter. Sie wollten unbedingt bis zum Wasserfall kommen. "Ohne Lachse gehe ich nicht zu den Jungen zurück!" rief Malia mutig.

Die Mädchen gingen weiter. Nach und nach wurde der Fluss neben ihnen breiter. Da knackte es vor ihnen im Gebüsch. Etwas bewegte sich. Etwas sehr Großes: ein Elch ging direkt vor ihnen über den Weg! Sie erschraken und fassten sich noch fester an den Händen. Der Elch tat ihnen aber nichts. Er wollte sich nur etwas Laub und Zweige zu fressen suchen. Er sah die Freundinnen nur an und ging dann weiter. So einen großen Elch hatten die Jungen im Dorf bestimmt auch noch nie gesehen! Malia flüsterte: "Wenn wir jetzt Pfeil und Bogen hätten!"

Nach und nach wurde es heller. Nachdem die Mädchen eine ganze Weile gegangen waren, hörten sie ein lautes Rauschen. "Das muss der Wasserfall sein", sagte Nscho-tschi ganz aufgeregt. - "Ja, du hast Recht! Lass uns ein Stück laufen", sagte Malia. Die Mädchen liefen los. Die Mädchen kamen an den Wasserfall. Sie warfen ihre Angeln aus und setzten sich hin. Im Wasser wimmelte es von Lachsen. Es dauerte nicht lange, da hatten beide Mädchen einen Lachs gefangen, und bald auch noch einen zweiten. "Da wird mein Bruder aber staunen!" sagte Malia. "Ja, und die anderen Jungen auch", sagte Nscho-tschi. "Ich glaube aber, wir müssen jetzt nach Hause gehen, sonst wachen unsere Eltern auf, und wir sind nicht da." Malia fand das auch, und die Mädchen packten ihre Angelsachen zusammen.

Sie waren gerade aufgestanden, da knackte es im Gebüsch auf der anderen Seite. Die Mädchen drehten sich um. Sie sahen am anderen Ufer einen riesengroßen Braunbären! Er ging ins Wasser und kam näher. Aber er sah sie nicht. Auch die Kaninchenfamilie, die in Gras saß, blickte neugierig zum Bären. Der Bär brummte laut, als er ins Wasser ging. Nur die Vögel ließen sich nicht stören und zwitscherten lustig weiter. Die Mädchen waren erschrocken und wussten nicht, was sie tun sollten. "Ob der uns sieht?", flüsterte Nscho-tschi. "Ich glaube nicht", sagte Malia, "denn Bären können nicht so gut sehen. Und riechen kann er uns auch nicht!" - "Woher weißt du das?" fragte Nscho-tschi. "Von meinem Vater", antwortete Malia. "Der ist ein großer Jäger. Ich glaube aber, wir dürfen jetzt nicht gehen. Der Bär sieht uns sonst, wenn wir uns bewegen."

Der Braunbär fing einen ganz großen Lachs. Er nahm ihn ins Maul und ging damit ans andere Ufer ins Gebüsch zurück. Dort fraß er den Lachs auf. Dann raschelte es. Der Braunbär blickte sich um. War da was? Nein, nichts war zu hören. Er fraß weiter. Doch dann raschelte es wieder. Der Bär sprang erschrocken auf und lief ganz schnell zur Seite. "Warum denn das? Der Bär ist doch ein großes Tier", sagte Nscho-tschi. "Wovor hat er bloß Angst?"

Da sahen sie, weshalb der Braunbär so plötzlich weggelaufen war: aus dem Gebüsch auf der anderen Seite des Flusses kam ein riesiger grauer Bär, ein Grizzly, angestampft. Vor Schreck hoppelten die Kaninchen weg. Die Vögel flatterten auf und davon. Auch die Mädchen hielten den Atem an. "Wenn der uns sieht?!" sagte Malia. "Solange der hier bleibt, kommen wir hier nicht weg!"

Der Grizzly fing einen Lachs. Da hob er den Kopf. Er blickte zu den Freundinnen herüber und brummte. Er hatte sie gesehen! "Wir müssen ihm fest in die Augen sehen", flüsterte Malia. Das taten die Mädchen. Der Grizzly blickte sie eine Weile an. Dann drehte er sich um und ging ans andere Ufer. Die Freundinnen nahmen vorsichtig ihr Angelzeug und die Korbtaschen und rannten weg.

Malia und Nscho-tschi liefen am Fluss entlang durch den Wald, bis sie ganz außer Puste kamen. Sie blickten sich um. Auf der Waldlichtung sahen sie Rehe und andere Tiere des Waldes. "Die sind mir lieber als der große Grizzly," sagte Nscho-tschi. Malia nickte. "Aber dafür haben die Jungen noch nie einen Grizzly von so nahe gesehen! Wir hatten Glück, dass er uns nichts getan hat. Nun lass uns aber schnell nach Hause. Bald wachen alle im Dorf auf und fangen an, nach uns zu suchen!"

Die Freundinnen rannten ein Stück durch den Wald. Sie kamen gut klar und verliefen sich nicht, weil sie immer am Fluss entlang liefen. Im Wald war es inzwischen schon hell geworden. Die Sonne stand am Himmel. Malia sagte: "Au weia, jetzt sind unsere Eltern bestimmt schon aufgewacht." Nscho-tschi antwortete: "Ja! Hoffentlich schimpfen sie nicht zu sehr mit uns!" - "Egal, dafür haben wir den großen Grizzly gesehen, und er hat uns nichts getan!" meinte Malia. Die beiden Mädchen gingen noch durch ein Gebüsch, dann sahen sie das Dorf vor sich liegen. Viele Dorfbewohner liefen aufgeregt hin und her.

Die Mädchen traten hinter dem Gebüsch hervor. Da rief Kleiner Büffel: "Seht mal, da kommen sie ja!" Aufgeregt liefen Malias und Nscho-tschis Eltern zu ihren Töchtern. Vor den Zelten stellten die Mädchen ihre Körbe mit den Lachsen ab. Malias Mutter fragte: "Wo seid Ihr nur gewesen? Wir haben uns solche Sorgen gemacht!" Malias Vater rief wütend: "Ihr wisst genau, dass Ihr nicht ohne Erlaubnis das Dorf verlassen dürft! Ihr habt gegen das Gesetz des Stammes gehandelt!" Und Nscho-tschis Vater sagte: "Außerdem müsst Ihr immer erst Eure Mutter fragen! Das habt Ihr nicht getan!" Die Mädchen schämten sich und blickten zur Erde. Nscho-tschis Mutter sagte: "Was hätte Euch alles passieren können! Gerade nachts, wenn die wilden Tiere im Wald auf Jagd gehen!"

Kleiner Büffel trat hinzu. "Na, die Mädchen wollten wohl besonders schlau sein und den großen Grizzly mit einer Angel fangen, hahaha!" Er guckte seine Schwester und ihre Freundin frech an und grinste. "Du Angeber", rief Malia, "mit der Angel haben wir diese großen Lachse hier gefangen! Gib´s zu, solche großen hast du noch nie gesehen! Und vor allem noch nicht gefangen! Davon träumst du höchstens!" - "Ach, was ist schon eine Angel gegen Pfeil und Bogen! Und was ist ein Fisch gegen einen Bären!" antwortete Kleiner Büffel. "Schluss jetzt!" ging Malias Vater dazwischen. "Es reicht", sagte auch Nscho-tschis Vater. "Geht sofort in Eure Zelte und helft Euren Müttern dabei, Frühstück zu machen. Beim Essen werden wir alles noch klären und überlegen, wie Ihr bestraft werdet!" Mit hängenden Köpfen ging Malia in ihr Tipi und Nscho-tschi in ihres. Die Angeln und die Körbe mit den Lachsen nahmen sie mit.

Wenig später saßen die Familien am Lagerfeuer zusammen und frühstückten. Nscho-tschis Mutter fragte: "Die Lachse sind ja riesig; wo habt ihr die bloß gefangen?" - "Am großen Wasserfall", antwortete Nscho-tschi. "Am großen Wasserfall?" fragte ihr Vater erstaunt. Malias Vater rief genauso erstaunt: "Da sind um diese Zeit doch Tag und Nacht die Bären! Da wart ihr?" - "Ja, da waren wir", antwortete Malia. "Und Bären haben wir auch gesehen, erst einen Braunbären und dann einen Grizzly!" - "Und der hat uns auch gesehen", fügte Nscho-tschi hinzu. "Aber er hat uns nichts getan!" Kleiner Büffel sprang mit großen Augen auf. "Ihr habt den Grizzly gesehen? Das hat ja noch keiner von uns!" Die kleine Schwester von Nscho-tschi quietschte in ihrer Tragetasche, als hätte sie alles verstanden. Malias Vater erhob sich nun auch: "Hört, was ich euch sage: Wer nachts allein zum großen Wasserfall geht, ist mutig wie ein großer Krieger. Und wen der Grizzly gesehen hat, den beschützt der Große Geist! Ihr Mädchen sollt Pfeil und Bogen kriegen wie die Jungen und auf die Jagd gehen wie große Krieger. Howgh! Ich habe gesprochen!"

"Werden wir denn jetzt nicht bestraft?", wollte Nscho-tschi wissen. Ihr Vater antwortete: "Doch, natürlich. Denn wer das Gesetz des Stammes bricht, muss bestraft werden. "Mein Bruder spricht die Wahrheit." sagte Malias Vater. "Zur Strafe sollt ihr das Bogenschießen nur mit den Jungen üben!" Kleiner Büffel rief: "Muss das sein? Mit den Mädchen???" Und Malia sagte: "Uff! Das ist wirklich eine harte Strafe! Oh Manitou!" Dann grinsten sie und Nscho-tschi.

ENDE



© 2001-2003 D. Konopatzki