Familie - Lieblingsrezepte


Zunächst zwei Rezepte aus dem Orient: Mirsachassemi*, eine nordpersische Spezialität, und Couscous nach Art des Hauses, ein maghrebinisch-norddeutsches Gericht. Das Rezept zu Mirsachassemi stammt von Reza aus Berlin (ursprünglich aus Nordpersien), das Couscous-Rezept ist eine eigene Kreation, abgeguckt vom Couscous, das wir 1988 in Tunesien gegessen haben.

Ergänzt haben wir das Rezept Mirsachassemi durch ein persisches Rezept für gebackenen Safran-Reis, Chelou ta dig, das wir dem dem Kochbuch "Die Küche des Orients" entnommen und ein wenig abgewandelt haben.

Übrigens: Wer den Orient mag, ist vielleicht auch an Bauchtanz interessiert. In diesem Fall empfehlen wir die Webseite der Berliner Bauchtänzerin Shakti Morgane und den Bauchtanzkalender aus dem Hausmann Verlag..

Im Anschluss etwas völlig anderes: drei Gourmet-Rezepte aus dem Neandertal . Wir haben sie einer mittlerweile nicht mehr existierenden Web-Seite entnommen. Wir haben sie selber noch nicht ausprobiert, finden sie aber sehr interessant. Ob Neandertaler tatsächlich schon wussten, dass man Wildgetreide zermahlen und mit Wasser und Fett zu Brot verarbeiten kann, ist fraglich. Vielleicht haben das doch erst die Jetztmenschen erkannt.

Von Zeit zu Zeit werden wir weitere Rezepte hinzufügen oder austauschen. Viel Spaß jedenfalls beim Nachkochen und guten Appetit!

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* Ob die Schreibung so richtig ist, wissen wir nicht.


1. Mirsachassemi

Das Gericht

Das Gericht besteht aus einer warmen Auberginen-Tomaten-Mischung, Safran-Reis, einem Salat oder Tsatsiki und Räucherfisch.

Die Zutaten

Basmati Reis (ca. 100 g pro Person), Auberginen (1 mittelgroße p.P.), Tomaten (2 mittlere p.P.), Knobi (1 Zehe p.P.), 1 Ei, Öl, Gewürze (Salz, Curry, Safran)

Dazu für den Salat: Kopfsalat o.ä., Gurke, Tomate, Zwiebel, guter Balsamico-Essig, gutes Öl, Salz, Pfeffer.

Räucherfisch, wie z.B. Heilbutt.

Das Kochen

Die Auberginen auf einen Grill oder eingeritzt im Grillofen (wenn sie nicht eingeritzt sind, platzen sie) legen und grillen, bis die Haut schrumpelig-bräunlich und die Aubergine weich wird; dabei immer wieder mal wenden! Das kann eine halbe Stunde dauern. Deswegen erst einmal weiter mit dem Reis, während die Auberginen grillen.

Den Reis mindestens 15-20 Minuten in warmem Wasser quellen lassen, Safranfäden in einen Eicherbecher mit warmem Wasser legen und so lange wie den Reis ziehen lassen. Dann den Reis mitsamt dem Safran kurz kochen 5 Minuten oder etwas länger).

Während die Auberginen brutzeln und der Reis quillt, Tomaten für die Auberginen-Tomaten-Mischung achteln, die Knobi-Zehen zerkleinern und den Salat oder den Tsatsiki fertig machen.

Zurück zu den Auberginen. Das weiche Auberginenfleisch aus der Haut schaben. Die Pfanne anwerfen, Öl rein, erhitzen und sowohl die Tomaten als auch die Auberginen als auch die kleingeschnittenen Knobi-Zehen hinein geben. Immer wieder umrühren, mit Salz und Curry würzen und ca. 10 Minuten kochen. Zum Schluss ein rohes Ei zum Abbinden hinzugeben. Fertig.

Das Essen

Zu Mirsachassemi passt auch flaches türkisches Brot. Als Getränk kann man im Winter gern einen leichten Rot- oder Roséwein, im Sommer einen Rosé- oder Weißwein nehmen. Hinterher gerne einen orientalischen Mokka.


 

2. Couscous nach Art des Hauses

Das Gericht

Das Gericht ist im Grunde ein nordafrikanischer Eintopf. Man kann beliebig variieren. Nach den vorbereitenden Arbeiten kommen die Zutaten in einen nordafrikanischen Tontopf und dieser in den Ofen, man kann aber auch ein anderes geeignetes Gefäß nehmen. Woraus Couscous immer bestehen sollte, ist der namensgebende Gries, verschiedene Gemüse mit Kichererbsen und geschnetzeltes Fleisch. Wir mögen Couscous am liebsten etwas kräftiger orientalisch gewürzt.

Die Zutaten für 4 Personen

Zunächst Couscous-Gries in der Menge, die auf den Anleitungen steht, d.h. bei 4 Personen ca. 1/3 der Packung; es gibt auch Bio-Couscous von Alnatura, von diesem 1 Tasse pro Ps.

Arabische Gewürz- Mischung Baharat

1 Gemüsezwiebel oder 3 normale Zwiebeln, 4 große oder 8 kleine Knobi-Zehen, einige frische Tomaten oder eine große Dose Tomaten, etwa 1 Tasse tief gefrorene Erbsen und 2-3 frische mittlere Möhren, 500 g oder mehr Hähnchenfilet (oder MKS-freies Lamm), 1 Tasse Brühe, 1 1/2 Tassen getrocknete Kichererbsen, Öl, Butter, 1 Zimtstange, Baharat (arabische Gewürzmischung oder Pfeffer, Cumin, Curry, Paprika mischen), ohnehin Salz, eine Prise Zucker (!), Paprikapulver edelsüß, Cumin und vielleicht Curry nach Geschmack, Petersilie zum Garnieren.

Man kann die Gemüseanteile auch variieren und die Erbsen weg lassen und Zucchini hinzufügen. Auch getrockenes Obst oder Pinienkerne machen sich sehr, sehr gut. Kichererbsen sind aber ein Muss.

Das Kochen

1. Über Nacht oder länger die 1 1/2 Tassen Kichererbsen in etwa 4 Tassen Wasser quellen lassen, dann salzen und mindestens 1/2 Stunde im Schnellkochtopf oder 1 1/2 Stunden im normalen Topf kochen. Das Wasser zumindest teilweise als Teil der Brühe aufbewahren.

2. Couscous nach Packungsanweisung mit warmem Wasser begießen, rühren und 10 Minuten Quellen lassen, ein wenig Butter darunter.

 

 

 

 

 

3. Zwiebeln und die Hälfte des Knobi kleinhacken, das Fleisch in mundgerechte Stücke schneiden, beides mit Baharat, Curry, Paprika und Cumin würzen. Die Möhren klein schneiden.

4. Tomaten achteln oder die Dosentomaten zerteilen, mit Pfeffer, Salz, zerquetschtem Knobi und Baharat würzen.

5. In zwei Pfannen parallel (oder meinetwegen auch nacheinander) Öl erhitzen. In der einen zunächst die Möhren, dann Zwiebeln, Knobi und Fleisch anbraten, das Fleisch erst in der Pfanne salzen. In die andere Pfanne die Tomaten ca. 10 Minuten anbrutzeln und eine Prise Zucker rauf.

6. Brühe heiß machen und Kichererbsen-Wasser hinzu gießen.

7. Den Couscous-Grieß im Couscous-Topf gleichmäßig verteilen, darauf die Kichererbsen, dann die Tomaten, dann das Zwiebelfleisch mit den Möhren, darüber Erbsen und möglicherweise getrocknetes Obst oder Pinienkerne. Zimtstange oder Zimtpulver darüber streuen. Zum Schluss die Brühe vorsichtig darüber gießen.

8. Den Couscous-Topf verschließen und in den kalten Ofen für eine dreviertel Stunde bei 200 Grad.

Das Essen

Zum Couscous sollte man gern auch auch flaches türkisches Brot reichen. Als Getränk passt am besten ein Rotwein, aber auch Rosé ist nicht schlecht. Hinterher gerne einen orientalischen Mokka.


3. Chelou ta dig (persischer Safran-Reis)

Zutaten:

Für 4 Personen 2 Tassen Basmati-Reis, 1 Esslöffel Butter, 1-2 Tüten Safran, Salz, 1 Eigelb.

Zubereitung:

1. Den Reis mehrfach waschen, dabei verlesen und dunkle Körner herausnehmen,
2. in viel Wasser aufkochen und 5 Minuten kochen lassen, Wasser abgießen,
3. einen Teil der Butter zerlassen und im Kochtopf schwenken, um sie zu an Boden und Rändern zu verteilen,
4. ein Drittel Reis mit Safran und Eigelb vermengen, in den Kochtopf geben, glatt verstreichen,
5. den Rest Reis auf den Eigelb-Safran-Reis geben, ebenfalls verstreichen,
6. ein Loch in die Mitte des Reis machen, den Rest der Butter hinein, einige Flocken obenauf,
7. Geschirrhandtuch auf den Topf, Deckel drauf und bei mittlerer Hitze auf Herdplatte 15 Minuten dünsten (=backen),
8. Zwischendurch schnuppern, um darauf zu achten, dass der Reis zwar unten anbackt, aber sich nicht in Kohle verwandelt,
9. Am Schluss einige Minuten auf eine kalte Fläche, damit der Reis sich vom Boden löst, dann kopfüber stürzen.


4. Gourmet-Rezepte aus dem Neandertal

Schneehase delikat


Köchin vor 60.000 Jahren

Eine Grube ausheben und darin Feuer entfachen. Während ca. ½ Stunde ein starkes Feuer unterhalten, bis eine kräftige Glut entstanden ist. Die Glut mir gut gewaschenen Steinen (keine Kalk-Steine) von 10-30 cm Durchmesser bedecken. Nach etwa 1 Stunde die Steine eng zusammenrücken und den mit heißen Steinen gefüllten Schneehasen (oder zeitgemäß ein Kaninchen) darauf legen. Während gut 1 Stunde bei gelegentlichem Wenden gar werden lassen. Die Hitze der Steine reicht noch längere Zeit aus, um darauf auch Gemüse oder Früchte zu braten. Auf Salz, Pfeffer und sonstige Gewürze muss man natürlich verzichten, denn darüber verfügten die Neandertaler noch nicht. Aber eine Ergänzung durch passende Kräuter wäre denkbar.

Pilz-Omelette

Eine Handvoll Pilze reinigen, in Scheiben schneiden und auf einer gefetteten heißen Steinplatte braten. Eier mit klein geschnittenen Kräutern verquirlen und über die Pilze geben.

Fladenbrot

2 Tassen Vollkornmehl (Gerste, Weizen oder Emmer) mit etwas Wasser und 2 EL Schmalz zu einem Teig verarbeiten. Gut kneten. Eine oder mehrere flache Scheiben formen. Auf einem heißen Stein eine Stelle säubern, Brot hinlegen und mit heißer Asche bedecken. Nach ca. 10 Minuten ist das Fladenbrot fertig.

Als Getränk nimmt man zu allem natürlich - Wasser. Denn andere Getränke standen den Neandertalern in der Regel gewiss nicht zur Verfügung.

 



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